Checkliste für jagdliche Hundeprüfungen

Checkliste für jagdliche Hundeprüfungen


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Die Sache mit der Nervosität…

Ob Verbandsjugendprüfung (VJP), Herbstzuchtprüfung (HZP), Verbandsgebrauchsprüfung (VGP), Verbandsprüfung nach dem Schuss (VPS), Brauchbarkeitsprüfung (BP), etc…. 

Jagdliche Hundeprüfungen haben meist eine Gemeinsamkeit: Neben intensivem Training und umfangreicher Vorbereitung steigt spätestens kurz vor dem Tag der Prüfung auch die Anspannung und Nervosität. 

Dies betrifft insbesondere Erstlingsführer, aber auch erfahrene Hundeführer bleiben hiervon nicht verschont… 

Damit auch wirklich nichts vergessen wird

Damit vor der Prüfung auch wirklich nichts vergessen wird, haben mein langjähriger Weggefährte i.S. Jagdhundeausbildung Carsten Christiansen (Inhaber der Jagdhundeschule “Retriever Point“) und ich eine Check- und Packliste für jagdliche Hundeprüfungen niedergeschrieben, die dem ein oder anderen von euch hoffentlich eine Hilfe ist.

Entstanden ist diese Liste aus eigenen Erfahrungen und vielen Berichten von diversen Jagdhunde-Prüfungen. Sollte jedoch noch etwas auf der Checkliste fehlen oder haben wir ein wichtiges Detail vergessen freue ich mich über euer Feedback – ich werde die Liste dann gerne ergänzen und erweitern.

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Viel Erfolg bei den Prüfungen!


Die Checkliste für jagdliche Hundeprüfungen

Zum DOWNLOAD der druckfreundlichen .pdf-Version.

Hund


  • Wasser, Futter, Näpfe, kleine Wasserflasche für unterwegs (Fährte), Belohnung + Snacks für zwischendurch (leicht verdaulich + energiereich wie z.B. Banane, Honig, etc. / unbedingt vorher die Verträglichkeit testen!!)

  • Erste-Hilfe-Set (Verband, Watte, Klebeband, Zeckenzange, Schnauzenband, etc.)

  • Checkliste für jagdliche Hundeprüfungen

    Halsung, Leine, Feldleine (Freilauf z.B. am Hotel), Ablaufband, ggf. Schweißgeschirr, dünne Leine zur Vorbereitung auf Freifolge

  • Ausreichend hochwertiges, ungearbeitetes und rechtzeitig (ca. 20 Stunden bei 20 Grad / Fuchs: zzgl. 5-10 Stunden) aufgetautes Schleppenwild (Wild einzeln lagern, sonst dauert das Auftauen länger!)

  • verschließbare Box zum Transport des Schleppenwildes

  • ggf. Hundebox bei Übernachtungen

  • Ortungsgerät für das Fach Stöbern (VGP, VPS, BP) und für alle Einsatzzwecke, welchem den Hundeführer mehr Ruhe geben

  • Signalhalsung mit Telefonnummer

  • Hundehandtuch und / oder „Bademantel“ nach der Wasserarbeit

  • ggf. Medikamente für den Hund

  • ggf. Leinenverlängerung für Gehorsam im Stangenholz

  • Läufige Hündinnen möglichst rechtzeitig bei der Suchenleitung melden

Hundeführer


  • Verpflegung (Essen, Trinken, Nervennahrung)

  • ggf. Medikamente / Hausapotheke (z.B. Kopfschmerztablette, Blasenpflaster, etc.)

  • Wechselklamotten und Schuhe, ggf. Ersatzbrille, Gummistiefel, Regenzeug, Warnweste oder Bekleidung in Signalfarben gemäß UVV

  • Flinte, ausreichend (bleifreie) Schrotmunition (Jagdschein, WBK, etc. nicht vergessen), Gehörschutz

  • Handy aufgeladen mit Ladekabel (ggf. Powerbank)

  • Steine für die Wasserarbeit

  • PKW vorher tanken

  • Toilettenpapier (biologisch Abbaubar) für den Notfall zwischendurch

  • evtl. Chiplesegerät (Ausschreibung beachten)

  • 2. Autoschlüssel in der Jackentasche (der Erstschlüssel wird gelegentlich verlegt, wenn die Nervosität zuschlägt)

Unterlagen / Dokumente


  • Impfpass (Tollwutimpfung mind. 1 Monat alt und noch gültig), Ahnentafel, Jagdschein, WBK, Kopien der Nennungsunterlagen (Kopien alte Prüfungszeugnisse + Leistungsnachweise, etc.)

  • Geld fürs Schüsseltreiben (…und Lokalrunde bei Suchensieg)

  • Nachweis Haftpflichtversicherung für den Hund

  • Einladung zur Prüfung

  • ggf. Hotelbuchung

  • Prüfungsordnung


In Zusammenarbeit mit:

Logo Retriever Point


     

      Ausbildung für Mensch und Hund


 

ELTEN Rigger Boot – Test / Review / Erfahrungsbericht

Elten Rigger Boot

Die Perfekte 3in1 Kombination: Jagdstiefel, Outdoorstiefel, Freizeitstiefel

Einfach mal über den Tellerrand schauen: Auf der Suche nach einem wasserdichten Allroundschuh / -stiefel bin ich nach einigen Enttäuschungen und nassen Füßen im “Professional Work-Wear”-Segment auf den Arbeitsstiefel ELTEN Rigger Boot gestoßen.

Bestell-Link: https://amzn.to/2AWQYAj

Nach dem ersten Tragen wollte ich ihn am liebsten gar nicht mehr ausziehen – kurzum: meine Erwartungen wurden voll erfüllt!

Im folgenden YouTube Video-Review berichte ich euch über meine Erfahrungen:

Alle Daten zum ELTEN Rigger Boot in der Übersicht:

  • Typ: RIGGER BOOT ESD S3 CI – 78671
  • Rindleder
  • Warmfutter
  • Ganzflächige Warmvlies Einlegesohle ESD
  • Metallfreier Durchtrittschutz
  • Grobstollige PU/PU Sohle SAFETY-GRIP
  • PU-Spitzenschutz
  • Stahlkappe
  • In den Größen 36 – 50 verfügbar
  • EN ISO 20345 S3 CI/SRC, Form B
  • DGUV Regel 112-191 zertifiziert: Dieser Fußschutz kann daher, ohne seine Zertifizierung als normgemäßer Sicherheitsstiefel zu gefährden, orthopädisch individuell verändert werden.

Test / Erfahrungsbericht: Tractive GPS Tracker für Hunde

Tractive GPS Tracker Hundeortung
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Vorwort zum Tractive Test:
Und Tschüss – Das Modell “Landkreissucher oder Fernaufklärer”

So ziemlich jeder Hundebesitzer kennt das Problem und selbst als Führer von Jagdhunden, welche i.d.R. einen guten Appell haben, ist man nicht gänzlich davor gefeit: Ein unachtsamer Moment, ein welch auch immer gearteter Reiz der die Aufmerksamkeit des (unangeleinten) Vierbeiners auf sich zieht und der Hund hat bis auf weiteres “keine Sprechstunde”. Ob Hitzkopf, Junghund in der Ausbildung oder auch Angsthund – die Gründe und Ursachen sind verschieden – eines jedoch ist meistens gleich: Wenn der Hund erst einmal außerhalb des Einwirkungsbereiches ist, nützt auch Pfeifen, Rufen und wildes Herumgestikulieren normalerweise wenig. Einzig könnte das für Unterhaltungswert bei eventuellen Zuschauern sorgen, aber das ist eine andere Geschichte….

In so einer Situation ist es dann zumindest beruhigend, wenn man – dank kleiner technischer Helferlein – weiß, wo sich der eigene Hund gerade befindet. Klar bringt so ein Tracker zur Hundeortung den feinen Herrn oder die feine Dame nicht zurück, aber es hilft ungemein dabei, diese wiederzufinden. Insbesondere wenn der Vierbeiner ein Modell “Landkreissucher oder Fernaufklärer” ist und auch nach einer gewissen Wartezeit keine Anstalten macht, zurück zu kommen, liegen die Vorteile des GPS-Trackers auf der Hand.

Satirische Randbemerkung:
Hat man dann noch (so wie in meinem Fall) einen spurlauten (Jagd)Hund, bekommt man die einmalige Gelegenheit, das aus der Ferne tönende Geläut “Wooooouh-woooooh-aaawooouuhhh” dank modernster GPS-Technik metergenau zuzuordnen und weiß für kommende, unvorhergesehene Ausflüge oder geplante Jagden, dass das lautere “Wooouh” so um die 40m, das leisere “aaawoooouuhh” jedoch schon wieder aus rund 125m Entfernung ertönte – was ein Naturschauspiel 🤣

 


Für den professionellen Einsatz:

Für den wirklich “professionellen” Einsatz zur Hundeortung hatte ich damals für Bruno ein GARMIN Alpha 100 mit T5 Halsung zugelegt. Als Alternative hierzu liebäugele ich seit neuerem auch mit dem Dogtra Pathfinder, da hier auch – wie beim Tractive – das (Outdoor-)Smartphone als Anzeigegerät genutzt werden kann… Gründe zu derartigen Geräten zu greifen gibt es diverse, das soll aber heute nicht das Thema sein. Alle Infos zu den Geräten können, für diejenigen, die es interessiert, entsprechend im Netz gefunden werden.

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Outdoordino.de

Für den Hundebesitzer-Alltag und leichten jagdlichen Gebrauch:

Beide o.g. Lösungen jedoch sind mir persönlich für die kurze Revierrunde oder ggf. einen ganz normalen Spaziergang zu sperrig und daher habe ich mich nach einer guten und zuverlässigen Ergänzung, bzw. Alternative umgesehen. Schnell fiel hier meine Aufmerksamkeit auf die Firma Tractive.

Die Hardware:

Ich habe mich für den klassischen GPS-Tracker von Tractive entschieden, da mich die folgenden Vorteile überzeugten:

  • kompakte Größe (BxTxH 41mm x 51mm x 15mm) 
  • gute Akkulaufzeit (2-5 Tage im normalen Modus)
  • wasserdicht
  • alles über das Smartphone steuerbar, kein extra Handgerät nötig 
  • guter, weltweiter Empfang dank integrierter SIM für alle Netze*
  • unbegrenzte Reichweite (Mobilfunknetz vorausgesetzt)
  • Ladegerät mit USB-Anschluss, somit auch im Auto aufladbar

*aber nicht vergessen: Das Smartphone benötigt auch Netz, sodass hier der theoretisch limitierende Faktor ist.

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Zum GPS-Gerät selbst: Der Tracker ist sehr kompakt und stört den Hund daher beim Tragen kaum (35 Gramm). Einzig die mitgelieferte Befestigung machte auf mich keinen sehr vertrauenerweckenden Eindruck, sodass ich noch eine extra Tractive-Tasche von josi.li für die Halsung bestellt habe. Diese hält dank cleverem Verschlusssystem bombenfest und ist sehr wertig. Alternativ gibt es auch Halsungen einiger Hersteller, die bereits eine fest vernähte Tractive-Tasche mit anbieten. Am 100% wasserdichten Tractive-Gerät selbst befindet sich lediglich ein Knopf zum an- und ausschalten und eine Status-LED, das wars! Auf der Rückseite sind noch die Kontakte für das Ladegerät – dieses wird (ähnlich wie eine Wäscheklammer) an den GPS-Tracker geclipst und lädt die integrierten Akkus in nicht einmal 2h wieder vollständig auf.

Die App:

Die Tractive-App ist das eigentliche Herzstück des gesamten Systems, denn hier laufen alle Informationen zusammen. Und die App gefällt dank guter Übersichtlichkeit und (zumindest für meinen Verstand) logische und selbsterklärende Menüstruktur. Beim ersten Start muss der Tracker zunächst mit der App verbunden werden (hälftig geladen war dieser bereits ab Werk) und dann kann es nach dem Registrierungsprozess auch schon losgehen. 

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Die Kernfunktionen der App

Die Kernfunktion ist natürlich die Karte mit den Standortdaten (Eigener Standort und der des Tieres). Es kann zwischen einer Openstreetmap-, Satelliten- und Standartansicht gewählt werden. Eine Onlineverbindung muss vorhanden sein, Offlinekarten gibt es leider nicht. Ebenfalls ist die aktuelle Höhe und ein Richtungspfeil mit der derzeitigen Distanz zum Hund und dessen Geschwindigkeit (im LIVE-Modus) eingeblendet.

Apropos LIVE-Modus: Hier sendet der Tracker alle paar Sekunden die Standortdaten. Das ist quasi der Modus, “wenn es ernst wird”. Da die LIVE-Funktion recht energieintensiv ist, ist die Trackingdauer zwischen 5 und 60 Minuten eingestellt werden, ist jedoch nach Ablauf der Zeit jederzeit erneut aktivierbar. Standartmäßig werden nur alle paar Minuten die Standortdaten übertragen, was in der Praxis auch völlig ausreichend ist.

Ebenfalls lässt sich der Standortverlauf der letzten Wochen über die App zurückverfolgen. Hier sind auch dank einer Heatmap-Funktion die primären Aufenthalts- und Verweilorte gut zu erkennen.

 

Viele der Funktionen werden auch nochmal bis ins Detail direkt auf der Tractive Hilfewebseite beschrieben.

Die weiteren Funktionen der App

  • Anzeige der Akkukapazität des Trackers
  • Licht / Signalton am Tracker ein und ausschalten
    Kann manchmal Sinn machen, wenn (wie mir öfter passiert) der Tracker z.B. beim Transport irgendwo im Auto hineingerutscht ist. Eigentlich ist die Funktion für den Fall gedacht, wenn sich das Gerät mal von der Halsung in unübersichtlichem Terrain lösen sollte und durch Blinken und Piepen so leichter wiedergefunden werden kann. Dann der Tasche von josi.li sollte uns das jedoch nicht passieren.
  • Einrichten eines virtuellen Zaunes
    Es kann ein bestimmter Bereich (z.B. das eigene Grundstück) definiert werden – sollte das Haustier diesen verlassen, gibt es umgehend eine Benachrichtigung
  • Teilen des Standortes
    Eine geniale Funktion: Hier kann ich einer weiteren Person (z.B. Familienmitglied) eine Freigabe auf den Tracker-Standort erteilen. Diese Person kann dann über die Tractive-Webseite oder aber auch über eine eigene Tractive-App den jeweiligen Standort einsehen.

Mein Fazit:

Ein kleines, handliches und von den Kosten her absolut überschaubares GPS-Hundeortungsgerät, welches absolut alltagstauglich ist. Auch für den leichten jagdlichen Einsatz ist das Tractive durchaus zu gebrauchen und hat sich bereits bei der Entenjagd und beim Stöbern bewährt. Für eine Drückjagd würde ich jedoch zu anderen Geräten greifen (s.o.) oder hier.

Hier greift die alte Weisheit: “Haben ist besser als brauchen”, denn spätestens wenn der sonst noch so gehorsame Hund dann doch mal unterwegs ist, ist man froh, einen Tracker an der Halsung befestigt zu haben.


Fragen beantworte ich wie immer gerne und freue mich über euer Feedback!

Aus der Sicht eines Jägers: Wie es ist, ein Tier zu töten – Vom “Allesfresser” zum bewussten “Wild-Vegetarier”

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Vorab:
Lange habe ich überlegt, ob ich über ein derart kontrovers diskutiertes Thema einen Beitrag schreiben soll – dennoch wollte ich der Sache einige Zeilen widmen. Es handelt sich hier ausschließlich um meine eigene Meinung, meine eigenen Erfahrungen und meine eigenen Ansichten. Ich gebe die Dinge genau so wieder, wie ich sie wahrnehme und empfinde. Weder möchte ich hier jemanden von meiner Sicht auf die Dinge überzeugen, noch erhebe ich den Anspruch, dass meine Einstellung der Weisheit letzter Schluss ist. Alle die sich ggf. schon jetzt “leicht angetriggert” fühlen, sollten besser erst gar nicht weiterlesen, alle anderen bekommen eine 100% ehrliche und unzensierte Sicht auf die Dinge, so wie ich sie erlebt habe.

Kannst du ein Tier töten? – Dieser Frage gehe ich hier auf den Grund

Inhalt

 1. Fleisch in allen Facetten – so war es bis vor einigen Jahren
 2. Der Weg zur Jagdausbildung – Wissen aneignen ja, töten nein
 3. Ich hinterfrage meinen bisheriges Konsumverhalten
 4. Meine Erkenntnis und der Wandel
 5. Ich habe ein Tier getötet
 6. Abschließende Gedanken

Fleisch in allen Facetten – so war es bis vor einigen Jahren

Es gab eine Zeit, da habe ich Fleisch relativ undifferenziert konsumiert – ich möchte es sogar als achtlos bezeichnen. Morgens ordentlich Aufschnitt, Mittags schnell nen Burger oder ein Leberkäse-Brötchen und abends den Grill an und alles drauf, was der Kühlschrank hergab. Gekauft wurden die Vorräte meist im Supermarkt-Kühlregal. Massentierhaltung? – Ja, schon mal von gehört. Biofleisch? –  Ist zu teuer bei den Mengen. Kaufen vor Ort beim Schlachter/Metzger?- Bedeutet ne Extratour, viel zu unpraktisch! 

Der Weg zur Jagdausbildung – Wissen aneignen ja, töten nein

Die Jagdausbildung war schon lange ein Wunsch, es fehlte nur immer der zündenden Funke vom “Wollen” einfach mal ins “Machen” zu kommen. Irgendwann war aber der Moment gekommen und ich stellte den Kontakt zur örtlichen Kreisjägerschaft her, um mich über die Ausbildung zu informieren. Mein Antrieb war es, als seit jeher sehr naturverbundener Mensch, durch diese Ausbildung mein Wissen und die Kenntnis über viele Zusammenhänge weiter zu vertiefen und zu erweitern, es lag mir zu diesem Zeitpunkt fern, je ein Tier zu töten. Daher war auch eine meiner ersten Fragen, ob dies Bestandteil der Ausbildung ist. Entgegen der (für mich bis dahin) landläufigen Meinung ist es dies mitnichten – heißt also ich konnte all das Wissen “mitnehmen”, aber würde mein Gewissen nicht  belasten. Es wurde mir sehr freundlich, geduldig und ausführlich erklärt, dass zwar das Aufbrechen und Zerwirken (also das Ausnehmen und Verarbeiten) des Wildes schon Bestandteil der praktischen Ausbildung ist, jedoch eben nicht das Antragen des tödlichen Schusses. Ich unterschrieb die Anmeldung und zur meiner großen Freude hat meine Partnerin das gleiche getan – also hieß es fortan für mehr als ein halbes Jahr gemeinsam wieder die “Schulbank” drücken.

Ich hinterfrage meinen bisheriges Konsumverhalten

Schon nach kurzer Ausbildungszeit wurde mir deutlich, mit wie viel Respekt die Ausbilder der Natur und auch deren Lebewesen entgegentraten. Es wurde in der Theorie immer wieder betont, dass Brauchtum seit jeher in der Jägerschaft tradiert wird und großen Wert darauf gelegt wird. Um nur einige der vermittelten Dinge zu nennen: Nach dem Schuss hält der Jäger neben dem erlegten Stück inne (ein absolut bewegender Moment, den jeder anders erlebt – nicht selten kommen hier auch große Emotionen ins Spiel), die Gabe des letzten Bissens (hier wird ein von einigen wenigen dazu bestimmten Baumarten abgebrochener Zweig ins Maul des erlegten Tieres gelegt), das Verblasen (das Spielen eines Jagdhornsignals zu Ehren und aus Respekt gegenüber des erlegten Wildes), etc. Dem Leben derart Respekt zu zollen hat mich sehr beeindruckt und zum Nachdenken über mein bisheriges Konsum- und Essverhalten bewogen – dazu jedoch später mehr.

Irgendwann innerhalb der Ausbildung kam dann der Tag, wo auch wir praktisch ein Tier Aufbrechen und Zerwirken durften. Ich war recht nervös vor diesem Tag, denn bisher hatte ich derartiges noch nie miterlebt, geschweige denn selbst getan (Ich komme aus keiner jagdlichen- oder landwirtschaftlichen Familie). Ich war sehr demütig vor dieser Aufgabe und dieser unmittelbare Kontakt mit dem Tod eines Tieres und dem damit verbundenen Herstellungsprozess eines hochwertigen Lebensmittels hat meine Achtung vor dem Leben und dem Lebewesen an sich auf ein bisher nie dagewesenes Maß gesteigert.

Meine Erkenntnis und der Wandel

Ich konnte meinen bisherigen undifferenzierten Fleischkonsum mit den neu dazugewonnenen (für mich teils wirklich tiefgreifenden) Erfahrungen nicht einfach so fortführen. Das Konsumieren einfach nur aus “des Fleisches Willen” lässt sich nicht mehr mit meinen neuen, gewachsenen und angepassten moralischen Vorstellungen vereinen. Ja ich mag Fleisch und nein, ich möchte nicht gänzlich darauf verzichten. Aber Fleisch von Tieren zu essen, die wohlmöglich nie das Tageslicht gesehen haben, die unter Bedingungen existieren müssen (leben ist hier das falsche Wort), die für mich absolut nicht hinnehmbar sind, wo das einzelne Leben und auch das Leben an sich nicht respektiert wird und das Tier einfach Mittel zum Zweck ist – nein, sorry – da bleibt mir der Bissen im Halse stecken. Ja ich habe mich der Thematik gestellt und mich mal aktiv über einige Haltungsbedingungen informiert, wegsehen wie bisher wollte ich nicht. Ich will hier niemanden anprangern und ich weiß, dass letztendlich auch kein Landwirt seine Tiere schlecht behandeln möchte, nur leider diktiert der Preis (wie so häufig) und schlussendlich der Verbraucher wo es langgeht… Umso mehr wuchs mein Bewusstsein, dass Wild absolut frei ist. Keine Zäune, keine Stallungen – mehr Bio geht nicht. Wenn die Kugel den Lauf verlässt fliegt diese schneller als der Schall – ehe es also einen Knall vernimmt ist es auch schon tödlich getroffen. Kein Stress, kein Adrenalin (Vorausgesetzt der Schuss sitzt perfekt – dazu später mehr). Selbst beim besten Biofleisch, welches ich durchaus empfehle, wird das Tier auf dem letzten Weg zum Schlachthof großen Stress ausgesetzt. Dies wird häufig vergessen. Seltene Ausnahmen bilden hier diejenigen Biobauern, die ihre Tiere direkt auf der Koppel (in einem etwas abgesonderten Bereich von der restlichen Herde) erlegen lassen – die sogenannte Weideschlachtung.

Wenn wir – und hier spreche ich auch für meine Partnerin – Fleisch konsumieren, dann soll es zukünftig nur noch selbst erlegtes sein. Lieber verzichten wir auf regelmäßigen Fleischkonsum, dafür lieber bewusst genießen und dem hochwertigem Lebensmittel den Respekt zollen, den es verdient. Nur hierzu muss getötet werden – den Schritt bin ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegangen. Kann ich ein Tier töten?

Ich habe ein Tier getötet

Irgendwann kam der Tag X, ich hatte schon einige Monate den Jagdschein und eine feste, dauerhafte Jagdmöglichkeit, jedoch habe ich mir Zeit gelassen selbst aktiv zu jagen. Ich hatte mich zunächst erst in aller Ruhe mit dem Revier und all seinen Eigenschaften vertraut gemacht und mich der Hege gewidmet. Ich wollte nichts überstürzen, ich wollte mir sicher sein. Für mich ganz persönlich bedeutet dies auch: Ich besitze nur Kipplaufwaffen, dass heißt ich habe nur einen Schuss und kann nicht schnell nachladen. Das soll nicht heißen, dass das Führen einer Repetierwaffe zu waghalsigeren Schüssen verleitet, weil man “ja noch schnell einen zweiten Schuss antragen könnte”, nur stellt sich mir diese Frage per se erst gar nicht. Ein Schuss, eine Chance – hier muss alles passen. Wenn ich mir nicht 100% sicher bin, dann lasse ich es. Dies – das nehme ich nun einfach mal an – gilt jedoch bestimmt für die meisten Jäger, unabhängig von der Waffe. Der zweite für mich wichtige Aspekt ist, dass ich bisher jedes Tier durch heranpirschen erlegt habe. Heißt also, das achtsame und möglichst geräuschlose Annähern an das Tier, bis eine sichere Schussdistanz besteht. Ein Fehler, ein falscher Tritt, ein knackendes Ästchen oder ein Rascheln des Laubes und das Tier flüchtet. Für mich bedeutet das Chancengleichheit. Verhalte ich mich tollpatschig, muss ich mit dem nicht vorhandenen Jagderfolg abfinden und somit auch einem leerem Gefrierfach leben. Stelle ich mich geschickt an, mache ich Beute (so wie es eben auch in der Natur ist). Der Schuss aus 100m von einem Hochsitz aus (Ansitzjagd) ist für mich aus den o.g. Gründen nicht die präferierte Art des Jagens. Darüber hinaus bin ich auch ein recht unruhiger Mensch und kann nicht ewig an einem Fleck verharren, somit ist das achtsame Bewegen durch die Natur für mich viel Facettenreicher – immer jedoch auch unter dem Aspekt, dass Wild durch unnötige Pirscherei nicht zu sehr zu beunruhigen. Ebenfalls ist die Gesellschaftsjagd nicht so mein Ding.

Auf diese Art (Pirschjagd) hatte ich mich nun also auch an meinen ersten Bock und mein erstes Stück Schalenwild überhaupt herangepirscht. Ein erfahrener Jäger hatte ihn mir Tage zuvor gezeigt und mich bekräftigt, dass wenn es sich richtig für mich anfühlt, ich es doch mal versuchen sollte. Es war ein milder Oktoberabend kurz nach Sonnenuntergang. Es passte alles, leichter Wind aus der richtigen Richtung, sodass er mich nicht wittern konnte, meine Hände zitterten, ich setzte die Waffe zum Schuss an, prüfte nochmals, ob ein sicherer Schuss möglich ist (ist das Schussfeld frei, gibt es einen Kugelfang) und visierte mein Ziel an. Durch richtiges Atmen wurde ich ruhig, der Finger wanderte zum Abzug, der Schuss löste sich. Egal was passiert – du, nur du allein bist für deinen Schuss verantwortlich und musst auch 100% mit den eventuellen Konsequenzen klar kommen. Ruhe. Das Zittern setzte wieder ein. Ich sah durch das Zielfernrohr, wie der Bock unmittelbar “im Feuer lag”, also direkt an Ort und Stelle zusammensackte. Inmitten seiner gewohnten Umgebung als freies Lebewesen. Ein absolut sauberer Schuss, dessen Knall er nicht einmal mehr mitbekommen hat. Ich habe ein Tier getötet. Es wurde noch ruhiger, der Wind wurde zur Flaute. Nachdem ich einige Minuten verharrte und mich gesammelt hab ging ich langsam in Richtung des Tieres, welches in ca. 30m Entfernung lag. Ja, da lag er nun – ich war der Verursacher. Auf dem Weg übers Rapsfeld habe ich zuvor noch einen Eichenzweig abgebrochen, welchen ich ihm nun in den Äser (Maul) legte. Ich legte meine Hand auf den Körper des Bocks, ich zitterte noch immer, mir kamen Tränen. Ich verharrte so für eine Weile, ich weiß nicht mehr wie lange genau das war. Ich war absolut präsent, absolut im hier und jetzt. Ich dankte ihm, dass er mir sein Leben schenkte und ich somit aus ihm fleischliche Nahrung gewinnen durfte. Ein surrealer Moment. Es ist nicht schön ein Tier zu töten. Punkt. Aber es ist notwendig, wenn man Fleisch konsumieren möchte. Dessen sollte sich jeder bewusst sein. Für Fleisch muss immer ein Lebewesen sterben, die Frage ist nur auf welche Art und Weise, unter welchen Bedingungen und wie hat es zuvor gelebt. Jeder Fleischesser sollte nach Möglichkeit etwas bewusster daran denken.

Nach weiteren Minuten die eine gefühlte Ewigkeit voller Gedanken und Emotionen war, mahnte mich mein Hund Bruno doch langsam mal dazu, wieder aufzustehen. Ich lud den Bock auf den Pickup und fuhr mit ihm an eine im Revier besser geeignete Stelle um ihn zu “versorgen”. Ich machte mich daran ihn aufzubrechen und – so wie ich es gelernt hatte – die für den menschlichen Verzehr geeigneten Innereien von denen zu trennen, die nicht für uns, jedoch für unsere Hunde durchaus noch genießbar sind. Somit verwerte ich das Tier vollkommen, er hat sein Leben gegeben um uns alle davon anteilig zu ernähren, nichts wird verschwendet. 

Abschließende Gedanken

Ich habe damals das erste Mal die volle Wertschöpfungskette erlebt. Ich habe das erste Mal getötet, ich habe mit eigenen Händen das Tier ausgenommen, verarbeitet, und das Fleisch eingefroren. Immer mal wieder haben wir dieses für mich so sehr bedeutsame Fleisch zu leckeren Gerichten verarbeitet, auch zu Weihnachten gab es das gute Fleisch vom Rehbock. Wir genießen das Fleisch sehr, ich weiß Fleisch nun viel mehr zu Schätzen, ich genieße es bewusst und ich habe Respekt vor diesem Lebensmittel und dem Tier, das dafür sterben musste. Wir essen nun deutlich seltener Fleisch, aber wenn es bei uns fleischliches Essen gibt, dann nur von selbst erlegten und zubereiteten Tieren. Ich weiß dieses große Privileg sehr zu schätzen, welches man als Jäger hat, sein eigenes Essen jagen zu dürfen. Nun sind wir quasi “Wild-Vegetarier”.

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Wir haben das große Glück, dass wir in unserem Revier keinerlei “Probleme” mit invasiven Arten oder einer übermäßigen Anzahl von Raubwild noch Schwarzwild haben, sodass ich wirklich ehrlichen Gewissens sagen kann, dass ich nur dann ein Tier schieße, wenn es dazu dient, unsere eigene Truhe aufzufüllen, da wir beide dieses Fleisch gerne essen und sich unsere Hunde über die für den Menschen nicht verwertbaren Bestandteile freuen. Kein Tier, keine Gans, keine Ente, kein Rehwild wurde bisher geschossen, welches keiner Nachnutzung “zugeführt” wurde. (Ausnahmen bilden hier lediglich die sogenannten Hegeabschüsse, also kranke, leidende oder im Straßenverkehr verunfallte Tiere, deren Leid unverzüglich genommen werden muss). Die Trophäe, welche ich mir von diesem Bock gefertigt habe, lässt nun bei jedem Anblick die Geschichte dazu gedanklich wieder aufleben, die Emotionen wieder lebendig werden. Sie ist für mich Mahnmal und auch Stolz zugleich. Für mich steht jedoch immer die “Ausbeute” an Fleisch im Vordergrund, eine etwaige Trophäe ist immer zweitrangig.

Niemals hätte ich vor Beginn meiner Ausbildung gedacht, dass ich solch einen Text schreiben würde. Nun bin ich sehr froh, diese Erfahrung gemacht zu haben und an dieser gewachsen zu sein. Vieles hat sich für mich seitdem verändert, ich lebe bewusster, ich respektiere die Natur und das Leben darin stärker denn je, ich fühle mich sogar ein Stück weit geerdeter und verbundener. All dies zusammen hat mich wahrscheinlich auch nun dazu bewogen, berufsbegleitend eine wildnispädagogische Aus- bzw. Weiterbildung zu absolvieren um noch viele weitere und neue Erfahrungen und Erlebnisse zu machen. Die Reise geht weiter!

Waidmannsheil!

STEINER Ranger Xtreme 8×56: Test / Review / Erfahrungsbericht

Jagdfernglas, Steiner Ranger Extreme 8x56
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In diesem Video-Beitrag stelle ich euch das Jagdfernglas Ranger Xtreme der Firma Steiner vor. 

Ich habe mich für das Modell in der Variante 8×56 entschieden und bin absolut zufrieden, da für mich dieses Jagdfernglas den besten Kompromiss aus Preis und Leistung darstellt. Es überzeugt durch Schärfe und ein klares Bild, liegt dank gummierte Oberfläche super in der Hand, ist sehr wertig verarbeitet und liefert gerade bei Dämmerung und nach Sonnenuntergang dank hoher Lichttransmission und einem Dämmerungszahl von 21.17 eine ausgesprochen gute Leistung.

Im Video gehe ich noch ein wenig auf weitere Details wie den Tragegurt, etc. ein. 

Ich freue mich sehr über ein YouTube-Kanalabo und bin auf dein Feedback und/oder auch deine Fragen gespannt.

Hier noch der versprochene Link zum Tragegurt und zum Fernglas selbst. 


Jagdfernglas Steiner Ranger Xtreme 8×58 – YouTube Testbericht:


Technische Daten

Aktueller Preis: Steiner Ranger Xtreme 8×32 Steiner Ranger Xtreme 8×42 Steiner Ranger Xtreme 10×42 Steiner Ranger Xtreme 8×56
Vergrößerung 8x 8x 10x 8x
Objektivdurchmesser (in mm) 32 42 42 56
Gewicht 620 g 780 g 790 g 1130 g
Höhe in mm 128 mm 147 mm 147 mm 183 mm
Breite in mm 124 mm 125 mm 125 mm 142 mm
Tiefe in mm 60 mm 63 mm 63 mm 80 mm
Sehfeld auf 1000 m 133 m 125 m 108 m 125 m
Fokussiersystem: Fast-Close-Focus Fast-Close-Focus Fast-Close-Focus Fast-Close-Focus
Druckwasserdicht bis 3 m bis 3 m bis 3 m bis 3 m
Stickstoffgefüllt

Ein umfangreiches Sortiment an (Jagd-)Ferngläsern ist auch hier zu finden: www.fernglas-shop.com

Wie gehe / bewege ich mich geräuschlos in der Natur? – Richtig Pirschen!

Barfußschuh, Wald, Pirschen, natur

Ob bei der Jagd, beim Bushcrafting oder bei allgemeiner Naturbeobachtung – häufig kommt es darauf an, sich möglichst geräuschlos und unerkannt in Wald und Flur zu bewegen. Aber wie stellt man das richtig an? Wie bewege ich mich geräuschlos in der Natur und wie pirscht man richtig?

Pirschen lernen

In dem Video gebe ich euch Tipps zur 

  • richtigen Ausrüstung (z.B. Barfußschuhe) (04:00)
  • korrekten Körperhaltung (ruhiger Oberkörper, gebeugte Knie) (07:00
  • bevorzugter Atmung (Nasenatmung) (08:28) und
  • allgemeine Ratschläge (ganzes Video)

Kurze Zusammenfassung aller Tipps: ab 14:30

Natürlich kommen noch viele weitere Faktoren wie Windrichtung, verschmelzen mit der Umgebung, etc. hinzu – hier sollte es aber zunächst nur um den eigentlichen Bewegungsablauf an sich gehen.

All dies sind eigene Erfahrungen, die ich selbst erprobt und für gut befunden habe – jedoch erhebe ich hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit, daher: Habt hier Ergänzungen, eigene Tipps oder Verbesserungsvorschläge? Ich freue mich über jedes Feedback!

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Hier der im Video versprochene Link zum Barfußschuh: https://amzn.to/3alxjqo

Bergara BA13 TD

Bergara-BA13-TD

 

In meinem zweiten YouTube Review / Erfahrungsbericht stelle ich die Kipplaufbüchse Bergara BA13 TD im Kaliber .308 Win und Anbauteile wie Schalldämpfer, Optik, Munitionshalterung und Bipod vor. (Technische Daten weiter unten). Ich freue mich sehr, wenn ihr meinen YouTube-Kanal abonniert. 

Auch die anfänglichen Präzisionsprobleme und deren Lösung durch Tausch und Verkleben der Picatinny-Schiene habe ich im folgenden Video ebenfalls kurz beschrieben.


Link Gewehrriemen: https://amzn.to/2KEhPmc
Link Schalldämpferschutz: https://amzn.to/2VHNUQj
Link FlipCaps: https://amzn.to/2SabJOz
Link Bipod: https://amzn.to/2W0MLlL / https://amzn.to/3cUPFzs
Link Munition: https://www.frankonia.de


 

YouTube Review zur Bergara BA13 TD:


Hier noch der im o.g. Video versprochene Link zum ausführlichen Huntavaria-Test der Bergara BA13 TD.

Fragen versuche ich gerne zu beantworten.

Ach ja, noch als Hinweis: Das hier ist ausschließlich meine persönliche Meinung und das Produkt wurde durch mich erworben, ich stehe also in keiner Verbindung mit der Herstellerfirma.


Daten zur
Bergara BA13 Tear Down

Kaliber* .308 Win
Lauflänge 42 cm
Drallänge 1:8″
Gesamtlänge 80 cm
Schaftlänge 35 cm
Gewicht (komplettes Setup) 2,9 kg (4,72 kg)
Abzugsgewicht 1,8 kg
Mündungsgewinde 5/8-24 UNEF
Mündungsdurchmesser 18 mm

*auch in den Kalibern .222 Rem., .243 Win., 6,5×57 R, .300 BLK, .30-06 Spring. und .45-70 Gov. verfügbar


Daten AKAH 3-12×56 LA 

Vergrößerung 3-12×56
Absehen 4 (Leuchtabsehen)
Dämmerungszahl 11,8-23,6
Austrittspupille 18,6-4,6 mm
Sehfeld auf 100m 11,3-2,8 m
Verstellbereich pro Klick 1/4 MOA
Länge in mm 345
Gewicht in g 680

Schalldämpfer Stalon Victor L

Schallreduktion -32,5 dBc (.308)
Gewicht in g 325
Gesamtlänge in mm 258
Länge überstehend in mm 163
Länge über dem Lauf in mm 95
Durchmesser in mm 41
Max. Laufdurchmesser in mm 22,5

RWS .308 Win. HIT 9,7g

Geschosstyp Bleifrei Deformation
Geschosscharakter Überlegene Tiefenwirkung 
Empfohlene Entfernung 210m
Wildbretschonung Sehr hoch
Stoppwirkung Hoch
Rückstoß Mittel
Tiefenwirkung Hoch
Ausschuss Sicher
Schnitthaar Nein
V[m/s] / E[J] 0m 870 / 3671
V[m/s] / E[J] 50m 830 / 3341
V[m/s] / E[J] 100m 791 / 3035
V[m/s] / E[J] 150m 753 / 2750
V[m/s] / E[J] 200m 716 / 2486
V[m/s] / E[J] 250m 680 / 2243
V[m/s] / E[J] 300m 646 / 2024

 

Entfernung GEE 100 m
50 m -0.7
100 m
150 m -3.2
200 m -10.7
250 m -23.1
300 m -40.7
Entfernung GEE 180 m
50 m 1.3
100 m 4
150 m 2.8
200 m -2.7
250 m -13
300 m -28.7

Vom Personenspürhund zum Jagdgebrauchshund

Personenspürhund Mantrailer Jagdhund

 

Heute möchte ich mich mal dem Thema Jagdhund widmen, denn schließlich sind unsere Vierbeiner die treuesten Begleiter und für die Jagd nahezu unverzichtbar. Die Reise zum Jagdgebrauchshund hat bei Bruno und mir jedoch eine längere Vorgeschichte…. 

Wie alles begann: Griffon Bleu de Gascogne Welpe

Als ich mich grundsätzlich für einen Hund entschieden hatte stand fest, dass ich ihn professionell ausbilden und führen wollte und er seinen Weg als Personenspürhund (auch als Mantrailer bezeichnet) gehen soll. Nun ging es um die Auswahl einer hierfür geeigneten Rasse. Neben Bloodhound, diversen Schweißhunderassen und auch den Spinone Italiano fiel mein Augenmerk schnell auf die französischen Laufhunde, hier insbesondere auf den Griffon Bleu de Gascogne, da ich einfach eine Schwäche für “Hunde mit Bart” habe. Nach diversen Recherchen vorab im Netz fiel gleich auf, dass viele “Bleus” neben der eigentlichen jagdlichen Verwendung bereits genau für meinen geplanten Einsatzzweck ausgebildet wurden und sich bei Polizei und weiteren BOS-Einheiten bewährt haben. Hiervon motiviert habe ich mich auf Züchtersuche begeben und musste feststellen, dass es zu diesem Zeitpunkt genau einen (!!) Zwinger (Griffon Bleu de Gascogne / Vom Bergischen Geläut) in ganz Deutschland gab. Nach einem superfreundlichen Erstkontakt ging es kurze Zeit später also auf eine Gesamttour von rund 1200km quer durch die Republik um zunächst einmal ein Bild von dieser in Deutschland doch sehr seltenen Rasse zu bekommen. Machen wir es kurz: Angekommen, Eindruck gewonnen, Schockverliebt, Überzeugt!

Da auch ein Wurf in Planung war passte alles perfekt und es hieß Vorbereitungen zu treffen, sowohl was die Ausbildung des Hundes als auch die Vorgespräche mit dem Arbeitgeber angehen, da der Hund ja auch mit an den Arbeitsplatz kommen sollte/musste.

Als all diese Hürden genommen wurden war die Freude riesig, als am 19.06.2016 der B-Wurf mit 10 Welpen (4/6) das Licht der Welt erblickte.  Am 16. Juli dann hatten “Brabus vom Bergischen Geläut” und ich unsere erste Begegnung (siehe Bild oben) und es stand sofort fest: Wir werden ein Team und gehen gemeinsam durch dick und dünn. Am 03. September und nach noch einigen Besuchen und vielen Kilometern später war es dann endlich soweit und die gemeinsame Reise begann, “Bruno” (wie er nun ab jetzt hieß) ist eingezogen.

Die Ausbildung zum Personenspürhund / Mantrailer:

Ausbildung MantrailerSeit seiner 15. Lebenswoche hat Bruno gelernt, anhand eines menschlichen Individualgeruches (jeder Mensch verliert tausende kleine Hautpartikelchen und hinterlässt so eine individuelle Geruchsspur) dessen Spur zu verfolgen. Wo anfangs noch große Kleidungsstücke als Geruchsträger dienten, wurde im Laufe der Ausbildung die Schwierigkeit immer weiter erhöht, sodass auch später nur ein Speichelabstrich, Haare oder ein angefasster Gegenstand (z.B. eine Autotür, Lenkrad, etc.) genügten, damit der Hund wusste, wonach bzw. nach wem er suchen soll. Nach Eintritt in die Hundestaffel und Teilnahme an deren Trainings lernte ich darüber hinaus kurze Zeit später meine zukünftige und uns begleitende Ausbilderin und Mentorin kennen, die Bruno und mich weiter förderte und sich als echter Glücksgriff erwies. Nicht nur, dass sie durch viele hudert Realeisätze unglaublich erfahren war, sondern in ihrem Rudel auch noch (neben einem Bloodhound) ein Grand Bleu de Gascogne sowie ein Petit Bleu de Gascogne vorhaben waren. Da die französischen Laufhunde nicht gerade die leichtführigsten sind (…auch französischer Esel würde manchmal gut passen), half mir ihre Erfahrung sehr, Bruno weiter lesen zu lernen, seine Körpersprache zu deuten und seine Leistung immer weiter auszubauen. So waren dann sogar (nach wöchentlich bis zu zweimaligem LeichenspürhundTraining) irgendwann Trails in stark frequentierten, innerstädtischen Bereichen von über 30 Stunden Liegezeit machbar. Es wurden die verschiedensten Szenarien durchgeübt und auch z.B. die Gewöhnung an Leichengeruch gehörte mit dazu, denn leider sind bei einigen Realeinsätzen am Ende die Zielpersonen nicht immer “in allerbestem Zustand”. Und immer wieder hieß es üben, üben, üben….

…was dann geschah…

Im Leben kommt man immer wieder mal an Punkte, wo man reflektiert, hinterfragt und vieles neu verordnet. Auslöser können die verschiedensten Dinge sein, bei mir war es 2018 der Verlust meiner Mutter. Dieser o.g. Prozess hatte bei mir zur Folge, mich einfach mal den Dingen zu widmen, die immer schon ein Wunsch waren. Aus der Phase des “irgendwann” einfach mal ins machen kommen. Sich Zeit für seine eigenen Wünsche und für sich selbst zu nehmen. Sich was gutes tun. Konkret bedeutete das meine Liebe zur Natur und mein Interesse zur Umwelt und Jagd (durch Jägerfreunde inspiriert) endlich mit dem eigenen Jagdschein zu krönen. Gesagt getan – ich habe mich bei der örtlichen Kreisjägerschaft zum nächsten Kurs angemeldet und – zu meiner riesen Freude – hat meine Partnerin schon länger den gleichen Wunsch mit sich herum getragen und ist den Weg mit mir gemeinsam gegangen.

Schon während dieser fundierten und sehr praxisnahen Ausbildung wurde mir klar, dass ich später gerne auch jagdlich mit Hund aktiv sein möchte. Denn “Jagen ohne Hund ist Schund!”. So fing ich an, mich weiter auf die rassespezifischen, jagdlichen Eigenschaften eines Bleu zu besinnen und stellte fest, dass sich dieser hervorragend zur Stöberarbeit, aber (und seine Nase einzusetzen kennt er ja schließlich) auch zur Nachsuche verwenden lässt. Ein ganz tolles Rasseportrait gibt es übrigens auch in der Wild und Hund (.pdf, ca. 1,3 MB). 

Nun musste ich mich der schwierigen Frage stellen, wie es weiter gehen soll. Hopp oder Topp, entweder oder. Denn beides, also Personensuche und jagdlicher Einsatz parallel halte ich für nicht zielführend. Auch wenn der Hund sicherlich seinen Job differenzieren könnte, wäre ich mir teils unsicher. Bisher galt Wild und all die spannenden Reize immer als verbotene Frucht, wenn er nun aber mal an dieser Frucht gekostet hat – wie kann ich sicher sein, dass er bei einer Personensuche im z.B. ländlichem Umfeld nicht dann doch Weste Hundeführer Mantrailerauf einmal sagt, “joa, lass Zielperson XYZ doch laufen wohin er/sie will, das Stück Wild ist schließlich um Längen spannender…”. Es galt eine Entscheidung zu treffen. Ich habe mir das nicht leicht gemacht, schließlich haben wir sehr viel Zeit, Arbeit und Herzblut (Geld ist hier nicht der Maßstab) in die bisherige Ausbildung gesteckt und all das würden wir nun aufgeben. Aber letzendlich war der Wunsch und Wille den Traum zu leben und das Naturerlebnis und jagdliche Situationen gemeinsam mit seinem Hund zu erleben größer als die Zweifel, sodass mir klar wurde: Du machst jetzt erfolgreich deine Jägerprüfung und dann gehst du gemeinsam mit deinem Hund den neuen, jagdlichen Weg!

Die Ausbildung zum Jagdgebrauchshund: (oder: Jagdhund auf dem zweiten Bildungsweg)

Als frisch gebackener Jungjäger und durch das Wissen des Unterrichts etwas schlauer wusste ich nun, dass es etliche Prüfungen und Nachweise für viele Rassetypen gibt, jedoch unser Weg zunächst die Brauchbarkeitsprüfung für die Nachsuche auf Schalenwild sein wird. Denn Nasenarbeit ist sein Ding und eine Spur verfolgen kann er ja – so mein naiver Gedanke… Ein Anruf bei der örtlichen Jagdhundeschule ergab, dass passend in naher Zukunft ein zweitägiges Seminar “Arbeit auf der roten Fährte” angeboten wird. Also gleich mal gebucht. Dort wurden dann die Basics wie das korrekte Vorbereiten und Legen einer Schweißfährte (siehe Blogpost), aber auch viele weitere Tipps und Methoden erörtert und gleich in der Praxis gemeinsam erprobt. Mit diesem Wissen ging es nun wieder zurück ins (zu dem Zeitpunkt waren meine Partnerin und ich schon stolze Inhaber eines Begehungsscheins, welcher uns kurz nach erfolgreicher Prüfung angeboten wurde) heimische Revier. Dort hab ich dann wo es nur ging immer und immer wieder Übungsfährten gelegt. Und hier zeigte sich das, was ich weiter oben erwähnt hatte. Die bisher verbotene Frucht war dermaßen spannend, dass jegliche Verleitung gerne angenommen wurde. Was bei menschlichen Gerüchen Routine war und klar ignoriert wurde, war hier spannender denn je. Also hieß es auch hier wieder, konsequent sein und üben, üben, üben… Achja… und da war dann ja auch noch der Gehorsamsteil in der SH Prüfung. Konkret bedeutet das: Gehorsam im Feld, Leinenführigkeit, Folgen frei bei Fuß, Ablegen und Schießen, Verhalten auf dem Stand. Alles Dinge, mit denen wir zuvor nie Kontakt hatten. Glücklicherweise ist Bruno aber durch sein ruhiges Wesen und auch die vorherige Ausbildung an alle möglichen Umweltreize gewöhnt gewesen, sodass Schüsse ihn wenig beeindruckten. Nur der Gehorsam musste noch etwas ausgiebiger trainiert werden, gerade auch das Ablegen wenn ich mich außer Sicht entferne und schieße, ohne Griffon Bleu de Gascogne Jagdgebrauchshunddass der Hund mit aufsteht. Aber es wurde alles langsam und ich wurde optimistisch. Dann kam noch eine weitere Hürde: Der Lautnachweis, welcher als Prüfungsvoraussetzung Pflicht ist. Nicht, dass ein Bleu kein allesdurchdringendes Geläut auf der Spur hat (jeder der es jemals gehört hat wird sich daran erinnern: Video I / Video II), nein, vielmehr Sorge machte mir, dass er (laufhunde- und brackentypisch), wenn er erstmal unterwegs ist das Thema Abrufbarkeit nicht ganz oben auf seiner Prioritätenliste stehen würde. Die Pfiffe und Rufe dieses wild Gestikulierenden Typens sind dann höchstens Handlungsempfehlungen, mehr aber auch nicht – schließlich gilt es ja den Hasen zu verfolgen. Aber auch diese Hürde konnten wir mit Erfolg nehmen und das Stammbuchamt des JGHV bestätigte uns den erfolgreich abgelegten Lautnachweis (LN). Nun hieß es dran bleiben und der Prüfung entgegensehen. Am 14. September, 4 Monate und 21 Tage nach meiner eigenen Jägerprüfung konnte ich Jagdliche Brauchbarkeit JGHVauch Bruno erfolgreich und in Eigenregie ausgebildet durch die BPII / Nachsuche auf Schalenwild führen und bin superglücklich, wahnsinnig stolz auf ihn und freue mich auf zukünftige Abenteuer. Bruno hat schon immer mit großem Eifer und Finderwillen gearbeitet, aber bei der jagdlichen Betätigung kommt seine wahre Passion und Veranlagung zum Vorschein – es war die richtige Entscheidung, gemeinsam diesen Weg zu gehen. Ein großes, von Herzen kommendes Dankeschön an alle, die uns auf diesem Weg begleitet haben und auch weiter oben z.T. erwähnt wurden. 

Nach der Prüfung ist vor der Prüfung

Was soll ich nun mit all der gewonnenen Freizeit anfangen? Da Freizeit ja vollkommen überbewertet wird kann ich mich nun Lotta widmen. Lotta ist vor ca. einem halben Jahr zu uns gekommen und auch eine waschechte Griffon Bleu de Gascogne Dame. Ich hab sie aus Italien geholt, da sie dort von einem Jäger aufgegeben wurde und – formulieren wir es mal vorsichtig – Glück hatte nicht direkt erschossen zu werden sondern “nur” völlig abgekommen und verwahrlost im Wald umherirrend zurückgelassen wurde. Sie ist ein Griffon Bleu de GascogneTraumhund und wahnsinnig anhänglich, jedoch sehr schussscheu und wirklich Schnallen kann man sie bisher auch nicht. Gehorsam war bei ihr bisher nie ein Thema aber wir arbeiten Stück für Stück daran… Von daher eine riesen Aufgabe, der ich mich gerne stelle und vielleicht schon im Herbst 2020 mit ihr das gleiche tolle Ergebnis erzielen kann, wie ich es mit Bruno geschafft hab. Und dann gibt es ja auch noch, was Bruno angeht, die Verbandsschweißprüfungen (VSwP) und Verbandsfährtenschuhprüfung (VFsP), schließlich soll man ja auch noch Ziele haben… 🙂 

 

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Schweiß für die Schweißausbildung richtig vorbereiten, aber wie?

Schweißfährte legen
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Da mein Griffon Bleu de Gascogne-Rüde “Bruno”  für die Schweißarbeit ausgebildet wird*, bedeutet dies regelmäßiges Training auf der Übungsfährte.

* Update zur Schweißausbildung: Im September 2019 haben wir erfolgreich die Brauchbarkeitsprüfung in der Nachsuche auf Schalenwild bestanden.

Schweiß ist die waidmännische Bezeichnung für das Blut des Wildes, sobald es aus dem Körper des Tieres austritt. Die durch abtropfendes Blut des angeschossenen oder z.B. im Straßenverkehr verunfallten Wildes markierte Spur wird auch als Schweißfährte oder Schweißspur bezeichnet.

Hierzu wird natürlich Blut, also Schweiß, benötigt. Jeder hat mit der Zeit sicherlich seine ganz eigene Methode erwickelt, ob nun Kunstschweiß, Echtschweiß von Wild oder Rind, getupft oder geträufelt, etc… Ich denke, man muss einfach ausprobieren, testen und  sehen wie der Hund darauf reagiert um die individuell beste Methode für das Hund-Mensch Team zu finden.

Ich möchte an dieser Stelle mal meine “vorbereitenden Maßnahmen” vorstellen, wie ich die ganze Sache angehe und vielleicht kann dies für den ein oder anderen auch als Tipp dienen – gerne freu ich mich aber auch über Anregungen und Verbesserungsvorschläge!

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Die Materialen:

Linkliste weiter unten

 

Los geht’s:

Zunächst bestelle ich beim örtlichen Schlachter frisches Rinderblut und lasse es mir direkt in kleine, eigens hierfür gekaufte Kanister abfüllen, welche auch prima zur Bevorratung in den Gefrierschrank passen.


Literaturtipp:


Wichtigster Schritt ist, das Blutplasma herauszufiltern bzw. abzutrennen, da sonst das gesamte Blut gerinnt und für die spätere Verwendung nahezu unbrauchbar wird. Dies funktioniert am einfachsten, indem zunächst der ganze Kanisterinhalt in ein ausreichend großes Gefäß gegossen wird und mittels eines Schneebesens so lange und kräftig gerührt wird, bis sich an der Oberfläche eine hellere, schaumige Schicht bildet. Diese Schicht ist das Blutplasma. Hier kann schon das erste Mal versucht werden (z.B. mit einem Löffel), das aufschwimmende Plasma vom restlichen Blut zu trennen.

Jetzt kann das Blut auch schon in passende Behältnisse abgefüllt und portioniert werden. Die für mich perfekte Lösung sind zehn je 250ml fassende, geruchsneutrale und spülmaschinentaugliche Fläschchen mit Aufsatz für eine perfekte Dosierung der abgegebenen Blutmenge, welche ich im Internet bestellt habe. (Eine Linkliste findet sich unten). Jetzt kommt der Trichter und der Damenstrumpf zum Einsatz, denn es kann immer noch restliches Plasma vorhanden sein, welches es gilt herauszufiltern. Hierzu wird einfach der Strumpf über den Trichter gespannt (..und mit einem kleinen Steinchen beschwert, damit die Oberfläche etwas nach unten gewölbt wird und nicht alles überläuft) und nun kann auch schon das Blut vom großen Gefäß durch den Trichter mit “Strumpffilter” in die Fläschchen abgefüllt werden. (Hier auf dem Bild habe ich das ganze noch in ein mit Steinchen beschwertes Trinkglas gestellt, um ein Umfallen zu vermeiden)

Wenn alles umgefüllt ist reinige ich die Fläschchen nochmals unter fließendem Wasser und dann können diese auch schon direkt eingefroren werden. Auftauen klappt, dank der kleinen Portionen, übrigens auch richtig schnell.

Die gesamte Galerie:

Tipp zum Markieren der Fährte:

Auch hier hat jeder sicherlich seine eigene Methode gefunden, die gelegte Schweißfährte zu markieren. Wir verwenden hierzu knapp 25cm lange Fingerfood-Spieße, welche mit Forstmarkierer sichtbar gemacht wurden und – je nach Terrain – auch noch zusätzlich mit auffallendem Crepppapierband (…wow, ein Wort mit 4(!!) p) bestückt werden können. Sollte mal der ein oder andere Markierspieß vergessen werden ist das halb so wild, denn dank (..naja die Farbe mal ausgenommen) abbaubarer Materialien recycelt sich alles von alleine – jedenfalls besser als geknotetes Plastik-Absperrband 😉


Materialien-Linkliste für die Schweißausbildung:

VORN LYNX Jagdrucksack: Test / Review / Erfahrungsbericht

Vorn Lynx Rucksack Review / Test
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Wie zuvor bereits bei Instagram berichtet, habe ich mir den Jagdrucksack “LYNX” (12-20 Liter Fassungsvermögen) der Firma Vorn Equipment aus Norwegen gegönnt. Besonderheit aller Rucksackmodelle ist ein super cleveres System, welches die Waffe blitzschnell lösen lässt, um so direkt in den Anschlag zu wechseln. Neben dem Modell “LYNX” gibt es noch den größeren Rucksack VORN DEER (42 Liter) und der kleineren VORN FOX (7 Liter). Die Rucksäcke sind in den Farben Oliv, Realtree Camo und Signal-Orange lieferbar.

Zu meinem Jagdrucksack habe ich nun das erste Mal einen kleinen Video-Review / Test erstellt – ich hoffe, dieser Erfahrungsbericht gefällt euch 😉


Video-Review / Test: VORN Jagdrucksack Lynx

Das ganze System wird im folgenden Herstellervideo nochmals super dargestellt:

Ach ja, noch als Hinweis: Das hier ist ausschließlich meine persönliche Meinung und das Produkt wurde durch mich erworben, ich stehe also in keiner Verbindung mit der Herstellerfirma 🙂 

Rehkitz-Rettung mit Rauchmeldern

Rehkitz-Rettung, Kitzrettung mit Rauchmelder
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Update: YouTube-Video ergänzt (siehe unten)

Rehkitz-Rettung in der Praxis: Gestern gegen Mittag erreichte mich eine WhatsApp des Landwirtes, dass er heute die Wiesen im Revier mähen möchte. Mein erster Gedanke: Perfekt – die Kommunikation funktioniert ja schon einmal, nachdem man sich vor kurzem erst als neuer zuständiger Jungjäger vorgestellt hat. 

Nun stellte sich mir die Frage, ob neben der klassischen Absuche der Wiesen mit dem Hund auch noch andere Mittel hilfreich sein könnten. Eine Drohne (bestenfalls sogar mit Wärmebildkamera) steht mir nicht zur Verfügung (jedoch ein guter Anlass für das nächste Mal zu recherchieren, ob es hier in der Region so ein Ding zu leihen gibt). Aber ich hatte mal von erfolgreicher “Kitzvergrämung” mit einem Rauchmelder gehört. Nach dem Motto “Versuch macht klug” bin ich auf dem abendlichen Weg zum Revier noch einen Schlenker zum Baumarkt gefahren und hab vier Rauchmelder (gab’s als Set), Kabelbinder, Muttern (komme ich später noch zu), Bambusstäbe und Mülltüten gekauft. Das ganze hat knappe € 40,- gekostet und wenn es funktioniert, ist es jeden Cent wert! 


Linkliste
Rauchmelder (als Beispiel von vielen): https://amzn.to/2W7ghYn
Bambusstäbe: https://amzn.to/2WIDbV9
Kabelbinder: https://amzn.to/2Wx6pWz
Klebeband: https://amzn.to/2WtYdGD
Forstmarkierer: https://amzn.to/2WrUo52

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Im Revier angekommen hab ich mir zunächst einen Überblick verschafft und die Standorte der vier Rauchmelder festgelegt. Ob diese die ca. 25 Hektar komplett abdecken und effektiv sind wird sich zeigen, die Aufstellorte habe ich jedenfalls so gewählt, dass diese auf kleinen Erhebungen stehen und so der Schall weiträumig verteilt wird. Da die ganze Wiesenfläche in einem Tal liegt, könnte das klappen.

Der Landwirt wurde na klar über diese Aktion informiert und ist selbst gespannt wie effektiv das ganze ist, da er diese Methode bisher auch noch nicht kannte.

Nu ging es ans Basteln, denn irgendwie sollen die gekauften Einzelteile ja einen Sinn ergeben und ein Praxistest musste beweisen, dass meine Idee, die Rauchmelder auf Dauerbetrieb zu überbrücken, auch wirklich funktioniert. Hier kamen nun die oben erwähnten Muttern ins Spiel. Jeder Rauchmelder hat eine Kontrolltaste um zu überprüfen, ob dieser fehlerfrei funktioniert. Also zunächst Batterie rein, Taste gedrückt und ja, das Ding hat mich mit einem ohrenbetäubenden Lärm angeschrien (…oder angepiepst?). However – jedenfalls funktioniert er. Nun der Plan: die Mutter auf diese Taste legen und mit einem Kabelbinder so stramm fixieren, dass die Taste eingedrückt wird und der Rauchmelder dauerhaft piept. Und was soll ich sagen – ja es hat geklappt. Dann das ganze in den Müllbeutel zum Schutz vor Regen, mit einem weiteren Kabelbinder an den Bambusstab befestigt und ab damit auf die Wiese.

– Zwei Videos gibt’s ganz unten in diesem Artikel –

Da aber die ganze Zeit über Vollalarm war und der Fußweg zum Standort auf einmal recht lang erscheint freut man sich, wenn man sich schnell wieder nach dem Aufstellen von dieser Schreihalskonstruktion entfernen kann. Ist in jedem Fall tinnitusfreundlich auf Distanz zu bleiben 😉

Ja Distanz, noch so ein Stichwort… Einige Meter entfernt war das edle Konstrukt zwar definitiv noch hörbar, jedoch nicht mehr so gut sichtbar. In meiner “Schweißarbeits-Übungskiste” auf der PickUp-Pritsche hab ich glücklicher Weise noch eine Forst-Markierspraydose dabei. [Die benutze ich sonst (…auch in “Marke Eigenbau”-Manier) dazu, kleine Fingerfood-Holzsticks besser sichtbar zu machen und diese als Markierung der Schweißfährte in den Boden zu pieksen. (siehe Foto) Falls mal einer vergessen wird macht das nix, da Holz ja bekanntlich verrottet]. Naja, nun also nochmal ab auf die Wiese und alles angesprayt und das dunkle Plastiktüten-Lila in sichtbares Neonorange verwandelt, sodass der Bauer bei der Mahd nun auch meine Konstruktion vom Traktor aus erkennt und zuvor entfernen kann.

Zu guter letzt haben meine Partnerin und ich noch unseren beiden Hunde in die Quersuche geschickt und sind die ganze Fläche abgelaufen. Weder mein Griffon Bleu de Gascogne Rüde Bruno (@brunothebleu), noch ihre Kleine Münsterländer Hündin Emma (@wildfang_emma) konnten ein Kitz ausfindig machen. Lediglich einige Hasen fanden die Aktion mäßig gut und haben das Weite gesucht….

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Heute werde ich nachsehen, ob diese Aktion (hoffentlich) erfolgreich war und kein Rehkitz zu Schaden gekommen ist. Ich werde darüber in einem kleinen Update zu diesen Beitrag berichten.

++++ UPDATE 23.05.19 ++++

Kein Kitz kam zu Schaden!!! 👍🏼 Nach Rücksprache mit dem Landwirt und auch eigener Kontrolle der gemähten Flächen war die Aktion offensichtlich ein voller Erfolg.  So soll es sein und so schafft man Akzeptanz für ein partnerschaftliches Zusammenwirken bei zukünftigen Aktivitäten im Revier. Ich bin sehr zufrieden und der Aufwand hat sich allemal gelohnt.

++++ UPDATE 05.05.20 – Rehkitz-Rettung als Videoanleitung ++++

In Ergänzung habe ich ein YouTube Video erstellt


Hintergrund: Ricken, also weibliche Rehe, legen ihren Nachwuchs (die Rehkitze) gerne in hohes Gras ab, da sie dort gute Deckung finden. Die Kitze verharren dort nahezu regungslos und die Mutter sucht diese einige Male am Tag auf, um sie zu versorgen. Leider kann es beim Mähen der Wiesen dazu kommen, dass die Kitze – da für den Landwirt vom Traktor aus nicht sichtbar – tragischer Weise ins Mähwerk geraten und tödlich verunglücken oder schwerst verletzt werden, was leider auch meistens ein tödliches Ende nimmt.

Eine gute Zusammenarbeit zwischen den Landwirten und Jägern kann helfen, gemeinsame Rettungsaktionen zu organisieren und die Wiesen zuvor abzusuchen. Sollte ein Kitz gefunden werden, kann dieses behutsam (und nie direkt berühren!) an einen nahe gelegenen, sicheren Ort transportiert werden, wo es die Mutter wieder aufsuchen kann.

Versuche mit Rauchmeldern haben gezeigt, dass – wenn dieser die Nacht vor der Mahd installiert wird – die Ricken ihre Babys an andere Orte weit weg vom nervigen Piepton führen.

Natürlich gibt es auch viele weitere Methoden und Empfehlungen – Infos hierzu hat natürlich Google und auch Grube bietet eine informative Webseite


Erfahrungsbericht: Jagdgefährte – App

Jagdgefährte App - Test
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Als frisch gebackener Begehungsschein-Inhaber bin ich natürlich sehr daran interessiert, das mir “anvertraute” Revier erst einmal bestmöglich zu erkunden. Na klar ist hier ein ausführlicher Revierrundgang ein absolutes Muss, um wesentliche Einrichtungen und Besonderheiten selbst kennezulernen, nachdem mir der Inhaber vorab schon grob erklärt hat, wo was zu finden ist.

Erfahrungsbericht: Jagdgefährte - App

 

Es handelt sich um eine Eigenjagdrevier von rund 250ha direkt am Ostseestrand mit kleinen Waldanteilen, Schilfgürteln, Wiesen und Feldern, welche auch von einem Bachlauf gesäumt werden. Ein typisches Niederwildrevier, wie es hier im Norden von Schleswig-Holstein häufig anzutreffen ist. (Und falls jetzt jemand denkt: das Titelfoto passt ja gar nicht zu der Beschreibung – stimmt, tut es auch nicht; sieht aber cool aus 😀 )

Als technisch affiner Mensch hab ich nach einer Lösung gesucht, wie ich all die “Entdeckungen” und wichtigen Merkmale “meines” Revieres dokumentieren kann. Für mich war wichtig Jagdeinrichtungen wie Ansitze, Kirrungen, Fallen, Kunstbauten, etc., aber auch Ansprachen von Wild, allgemeine Hinweise, usw. festzuhalten.  Nach etwas googlen bin ich auf die App “Jagdgefährte” gestoßen. Die Webseite des Programmierers sah jedenfalls schon sehr ansprechend aus, was für mich persönlich immer schon nen wichtiges Kriterium ist. Kurzum: Ich hab sie auf meinem Smartphone installiert (kostenlos) und bin begeistert!

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Ersteinrichtung:

Zunächst muss man sich registrieren und einen Account anlegen – außer Name und Mailadresse wird aber nicht viel mehr an privaten Daten abgefragt – sehr gut! Im weiteren Verlauf kann man via einer GoogleMaps Karte das Revier einzeichnen und benennen – das praktische: Ich kann weitere Personen zu diesem Revier hinzufügen, sodass diese gemeinschaftlich auf alle Daten zugreifen können. In meinem Fall ist dies meine Partnerin (wir haben beide einen Begehungsschein) und der Revierinhaber selbst, den ich schnell von der App hab überzeugen können. Auch eine Anlage mehrerer Reviere ist im Bedarfsfall möglich.

Funktionen:

Innerhalb der Revierkarte kann ich nun direkt Einrichtungen hinzufügen. Zur Auswahl stehen Ansitze, Kirrungen, Futterstellen, Luderplätze, Fallen, Erdbauten und Wildkameras. Jeder Eintrag kann benannt und zusätzlich mit einem Foto hinterlegt werden. Ich finde das sehr praktisch um gerade als “der Neue” einen guten Überblick zu bekommen, auch wenn man nach längerer Zeit sein Revier bestimmt in und auswendig kennen wird. 

Eine weitere Funktion ist das Tagebuch. Hier kann ich Einträge quasi “privat” hinterlegen (also ohne Revierzuordnung) oder eben meinem Revier zuordnen und es somit auch für die anderen Teilnehmer sichtbar machen. Funktionen des Tagebuchs sind Hinterlegung der Strecke (hier wird auch eine große Vorauswahl an Wildarten geboten), die Ansprache von Wild (auch hier die gleiche große Vorauswahl) und Sonstiges. Jeder Eintrag kann jeweils mit Foto und dem genauen Standort, Datum und Uhrzeit hinterlegt werden, welcher dann auch auf der Hauptrevierkarte entsprechend erscheint. Diese Funktion finde ich super und Alessandra (meine Partnerin) und ich nutzen diese häufig, um jeweils den anderen bei unabhängigen Revierrunden über gemachte Entdeckungen bzw. Ansprachen zu informieren. 

Eine weitere und gern genutzte Funktion ist “Neues”. Dies ist fast wie ein Chat aufgebaut, wo jeder User Bild und Text (auf Wunsch auch mit Standort versehen) einstellen kann. Seien es Infos wie “heute Abend bin ich auf Ansitz xy” oder “Lege gerade hier (Standort) eine Schweißfährte für Bruno” aber auch allgemeine Hinweise wie “Kirrung xy müsste besser verblendet werden, da von Spazierweg zu sehr einsehbar” sind dort perfekt übersichtlich und für alle Teilnehmer einsehbar zu hinterlegen.

Bisher sind diese wesentlichen Funktionen für meinen Bedarf schon super nützlich und für die meisten Belange ausreichend. laut Herstellerinfo auf deren Webseite sollen aber noch nützliche Funktionen wie Wetter, Schonzeiten, Hundetraining, uvm. folgen.

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Ich bin sehr gespannt und kann definitiv sagen, dass mir die App bisher schon viele nützliche Dienste erwiesen hat und sehr durchdacht ist.

Ich habe weiter unten noch ein Video des Herstellers beigefügt, welches noch einmal schön die Funktionen der App beschreibt. 

Bei Interesse ist dies die Webseite: https://www.hunterco.de/

 

HINWEIS: 
Dieser Beitrag wurde durch keine Dritten und/oder den Hersteller beauftragt oder finanziert. 
Alle Aussagen stellen meine persönliche Meinung dar 🙂